Love and Other Drugs – Nebenwirkung inklusive: Der Film der Liebe und Krankheit neu definiert

Love and Other Drugs – Nebenwirkung inklusive Der Film der Liebe und Krankheit neu definiert

Love and Other Drugs ist ein Film der beim ersten Blick wie eine typische romantische Komödie wirkt und den Zuschauer dann mit einer emotionalen Tiefe überrascht die man von diesem Genre selten erwartet. Der US-amerikanische Spielfilm aus dem Jahr 2010 wurde von Edward Zwick inszeniert und basiert auf dem Bestseller Hard Sell: The Evolution of a Viagra Salesman von Jamie Reidy. Was mit flachem Humor und einer freizügigen Atmosphäre beginnt entwickelt sich zu einer der aufrichtigsten Auseinandersetzungen mit Liebe, Krankheit und echter menschlicher Verletzlichkeit die Hollywood in den 2010er Jahren produziert hat. In Deutschland lief der Film unter dem Titel Nebenwirkung inklusive und kam am 13. Januar 2011 in die deutschen Kinos.

Worum geht es in Love and Other Drugs

Der Film spielt in Pittsburgh in den 1990er Jahren und erzählt die Geschichte eines Pharmavertreters der eine Beziehung mit einer jungen Frau beginnt die an Parkinson erkrankt ist. Jamie Randall gespielt von Jake Gyllenhaal ist charmant, zielstrebig und hat ein Talent dafür Menschen für sich zu gewinnen egal ob es um Frauen oder um Verkaufsgespräche mit Ärzten geht. Jung und dynamisch surft er auf einer Welle des Erfolges und hat das Glück zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein als Viagra Mitte der 1990er Jahre auf den Markt kommt. Bei einem seiner Arztbesuche begegnet er Maggie Murdock gespielt von Anne Hathaway einer selbstbewussten Künstlerin die trotz ihrer Parkinson-Erkrankung im frühen Stadium voller Leben und Unabhängigkeit ist. Hinter dem taffen verführerischen Freigeist verbirgt sich eine sensible Seele die sich bloß einen Schutzpanzer zugelegt hat. Aus einer zunächst rein körperlichen Verbindung entwickelt sich langsam etwas das beide Figuren nicht geplant haben und das ihre Lebensvorstellungen grundlegend in Frage stellt.

Die zwei Hälften des Films: Komödie und Drama

Love and Other Drugs lässt sich in zwei deutliche Hälften unterteilen. Die erste ist eine typische romantische Komödie mit schlagfertigem Wortwechsel und charmanten Flirts zwischen Jamie und Maggie. Doch in der Mitte des Films wechselt der Ton dramatisch. Was zunächst als leichte Unterhaltung beginnt wird zunehmend ernster und aufwühlender weil Maggies Parkinson-Erkrankung nicht als Randnotiz behandelt wird sondern als zentrales emotionales Thema das die gesamte Beziehungsdynamik verändert. Im Film wird thematisiert wie Krankheiten eine Beziehung beeinflussen können und wie wichtig es ist die richtigen Menschen um sich zu haben die einen lieben und auf die man sich verlassen kann. Dieser Wechsel überrascht viele Zuschauer und ist gleichzeitig der Grund warum der Film trotz gemischter Kritiken so viele Menschen emotional berührt hat. Wer einen reinen Wohlfühlfilm erwartet wird herausgefordert. Wer sich darauf einlässt erlebt einen der ehrlichsten Liebesfilme seiner Zeit.

Jake Gyllenhaal als Jamie Randall

Jake Gyllenhaal liefert in Love and Other Drugs eine Leistung die weit über das hinausgeht was man von einem Pharmavertreter in einer romantischen Komödie erwarten würde. Gyllenhaal spielt überzeugend den unreifen Mann der langsam aufwacht und aus seiner kleinen Spielwelt heraustreten muss. Er bewältigt die freizügigen Szenen ausgesprochen gut ist aber ebenso glaubwürdig in den dramatischen Momenten. Die Figur Jamie ist in ihrer Entwicklung von einem oberflächlichen Frauenheld zu einem Mann der wirklich bereit ist für jemanden da zu sein eine der interessanteren Charakterreisen die Gyllenhaal in seiner Karriere verkörpert hat. Spätestens seit Donnie Darko aus dem Jahr 2001 ist Jake Gyllenhaal nicht mehr aus dem Kino wegzudenken und hat ein Faible für Rollen mit Ecken und Kanten. Love and Other Drugs zeigt eine weichere aber nicht weniger komplexe Seite dieses Talents weil die wirkliche Herausforderung nicht in großen dramatischen Ausbrüchen liegt sondern in der stillen Transformation eines Mannes der lernt dass echte Liebe Verantwortung bedeutet.

Anne Hathaway als Maggie Murdock

Anne Hathaway ist das emotionale Herz von Love and Other Drugs und ihre Darstellung der Maggie Murdock ist der wichtigste Grund warum der Film mehr ist als eine leichte Unterhaltung. Die Abwesenheit von Anne Hathaways Figur im ersten Teil des Films ist bereits der erste Hinweis darauf dass dies keine gewöhnliche Liebesgeschichte wird und Maggies Einführung legt die Bühne für die komplexe Figur frei die sie erfolgreich verkörpert. Maggie lehnt Mitleid ab kämpft um ihre Selbstständigkeit und weigert sich ihre Erkrankung zum Mittelpunkt ihrer Identität zu machen. Gleichzeitig zeigt Hathaway in ruhigen Momenten die Erschöpfung und Angst die dahinter stecken mit einer Präzision die unter die Haut geht. Anne Hathaway und Jake Gyllenhaal spielen ihre Rollen sehr überzeugend und besetzen den Film super. Die Chemie zwischen beiden Hauptdarstellern wirkt nie gespielt sondern natürlich und lebendig was die emotionale Wirkung der Geschichte erheblich verstärkt.

Die Nebenrollen und das Ensemble

Love and Other Drugs profitiert von einem starken Ensemble das den Hauptfiguren glaubwürdige Umgebungen und Gegenpole bietet. Oliver Platt spielt den Mentor von Jake Gyllenhaal während Hank Azaria einen lüsternen Arzt mimt und Josh Gad als Jamies fauler vollschlanker Bruder für die derberen Witze des Films zuständig ist. Josh Gads Figur sorgt in der ersten Hälfte für komödiantische Entlastung wenngleich seine Handlungslinie im zweiten Akt etwas aus dem Rahmen fällt wenn der Film ernsteren Ton annimmt. Oliver Platts Mentor-Figur hingegen bietet in einer besonders eindrucksvollen Dinner-Szene einen nachdenklichen Kommentar über den Sinn des Arztberufs und die Grenzen der Pharmaindustrie. Jill Clayburgh spielte ebenfalls eine Rolle im Film. Der Film wurde posthum veröffentlicht nachdem sie am 5. November 2010 verstarb und ist ihr gewidmet.

Hintergründe zur Entstehung des Films

Edward Zwick der vor allem für epische Kriegs- und Historienfilme wie Glory und Last Samurai bekannt ist wagte mit Love and Other Drugs einen deutlichen Schritt in eine intimere und persönlichere Filmsprache. Für die Choreographie der für einen Hollywoodfilm ungewöhnlich freizügigen Sexszenen ließ Zwick Jake Gyllenhaal und Anne Hathaway teilweise improvisieren und trug ihnen auf sich bestimmte Filme anzusehen in denen es besonders leidenschaftlich zugeht um über ihre Eindrücke zu sprechen und diese für die erotischen Momente zu nutzen. Diese Herangehensweise erklärt warum die Intimität zwischen den beiden Hauptdarstellern so authentisch wirkt anstatt choreographiert und steril zu erscheinen wie in vielen anderen Hollywoodproduktionen. Der Film basiert teilweise auf Reidys Memoiren über sein Leben als Viagra-Vertreter und Markennamen wie Pfizer, Zoloft und Prozac werden wiederholt erwähnt was Fragen zur Produktplatzierung aufwarf. Regisseur Edward Zwick wies diese Anschuldigungen jedoch zurück.

Kritiken und Publikumsreaktionen

Die professionellen Filmkritiker reagierten auf Love and Other Drugs gespalten. Auf Rotten Tomatoes hält der Film eine Zustimmungsrate von 49 Prozent basierend auf 170 Kritiken. Das Kritikerurteil lautet dass es eine Freude sei einen Hollywood-Liebesfilm zu sehen der so erfrischend erwachsen ist aber dass der Film Schwierigkeiten hat ein Gleichgewicht zwischen seinen unterschiedlichen Handlungselementen zu finden. Das Publikum war jedoch deutlich wärmer gestimmt als die Kritiker. Deutsche Zuschauer beschreiben den Film als tiefgründig überragende Schauspieler und gut produziert. Viele empfehlen ihn als einen Film der zum Nachdenken anregt ohne das ernste Thema zu verharmlosen. Besonders gelobt wurde immer wieder die Chemie zwischen Gyllenhaal und Hathaway sowie die Tatsache dass der Film Parkinson nicht als Kulisse für einfaches Mitleid benutzt sondern als echte Herausforderung die beide Figuren auf die Probe stellt.

Was den Film bis heute besonders macht

Love and Other Drugs ist kein makelloser Film. Die ersten vierzig Minuten fühlen sich für manche Zuschauer wie ein anderer Film an als das was danach kommt und einige Nebenhandlungen tragen nicht zum Kern der Geschichte bei. Doch was den Film über seine Schwächen hinaus trägt ist seine grundlegende Ehrlichkeit über das was Liebe wirklich bedeutet wenn das Leben schwieriger wird als geplant. Die Beziehung zwischen Maggie und Jamie trifft beide vollkommen unerwartet und sie kommen zu der Erkenntnis dass es im Leben nur eine ultimative Droge gibt: die Liebe. Diese Erkenntnis wird nicht als großes dramatisches Finale präsentiert sondern wächst langsam und unaufhaltsam aus den kleinen Momenten zwischen den beiden Figuren heraus. Filmkritiker James Berardinelli gab dem Film dreieinhalb von vier Sternen und schrieb dass das erste was man an Love and Other Drugs bemerkt ist dass es sich um eine erwachsene Romanze handelt. Genau das ist es was den Film mehr als fünfzehn Jahre nach seiner Veröffentlichung immer noch sehenswert macht.

Wo kann man Love and Other Drugs heute schauen

Love and Other Drugs ist auf mehreren Streaming-Plattformen verfügbar und lässt sich sowohl in der deutschen Synchronfassung als auch im englischen Original abrufen. Amazon Prime Video führt den Film regelmäßig in seinem Angebot und auch auf anderen Plattformen wie Apple TV oder Google Play ist er käuflich oder leihweise verfügbar. Wer den Film auf DVD oder Blu-ray bevorzugt findet ihn problemlos im deutschen Handel. Der Film spielte weltweit 105 Millionen US-Dollar ein bei einem Budget von 30 Millionen Dollar was zeigt dass er trotz gemischter Kritiken ein echtes Publikum gefunden hat das ihn bis heute empfiehlt.

FAQs

Worum geht es in Love and Other Drugs auf Deutsch? Der Film erzählt von Jamie einem Pharmavertreter der sich in Maggie verliebt eine junge Frau die an Parkinson im Frühstadium erkrankt ist und wie ihre Beziehung beide verändert.

Wer spielt die Hauptrollen in Love and Other Drugs? Jake Gyllenhaal spielt Jamie Randall und Anne Hathaway spielt Maggie Murdock. Beide liefern außergewöhnliche Leistungen die weit über typische Liebesfilm-Standards hinausgehen.

Ist Love and Other Drugs ein reiner Liebesfilm? Nein. Der Film beginnt als Komödie wird aber zu einem ernsthaften Drama über Liebe, Krankheit, Selbstständigkeit und die Frage was man bereit ist für einen anderen Menschen zu tun.

Basiert Love and Other Drugs auf einer wahren Geschichte? Ja teilweise. Der Film basiert auf dem Buch Hard Sell: The Evolution of a Viagra Salesman von Jamie Reidy der tatsächlich als Pharmavertreter arbeitete.

Wo kann ich Love and Other Drugs streamen? Der Film ist auf Amazon Prime Video und weiteren Plattformen wie Apple TV und Google Play als Kauf oder Leih-Option verfügbar.

Wie wurde Love and Other Drugs von der Kritik aufgenommen? Die Kritiken waren gemischt mit 49 Prozent auf Rotten Tomatoes. Das Publikum reagierte jedoch deutlich positiver und schätzt den Film bis heute für seine emotionale Tiefe.

Hat Anne Hathaway für Love and Other Drugs einen Preis gewonnen? Nicht direkt für diesen Film. Für ihre Rolle in Les Misérables 2012 gewann sie jedoch den Oscar als Beste Nebendarstellerin was zeigt welche Qualität sie als Schauspielerin besitzt.

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